09.08.2016 Konferenz von natureplus

Konferenz von natureplus

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Zukunftsfähiges Bauen funktioniert nur mit nachweislich nachhaltigen Baustoffen. Die natureplus-Fachtagung am 6.6.2016 in Berlin, gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung, rückte die nachhaltige Qualität von Bauprodukten in den Fokus. Foto: natureplus

Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten die Gastgeber natureplus und die Heinrich-Böll-Stiftung begrüßen. Bei den Experten zahlreicher Bundesbehörden, Kommunen und Verbände, aber auch bei vielen Architekten stießen die Vorträge der renommierten Referenten und die kenntnisreichen Diskussionen auf großes Interesse.

Vor dem Hintergrund, dass das Erreichen der deutschen Klimaziele immer unwahrscheinlicher und der Grenznutzen in Sachen Energieeffizienz immer kleiner wird, stellte die Fachtagung "Klimaschutz, Wohngesundheit, Nachhaltigkeit - Mit welchen Produkten bauen wir unsere Zukunft?" Themen wie graue Energie, also den für die Herstellung der Baustoffe notwendigen Energieaufwand, in den Mittelpunkt der Betrachtung. Auch der Brennpunkt Innenraumhygiene mit der Notwendigkeit, bei luftdichten Gebäudehüllen geprüft emissionsarme Bauprodukte zu verwenden, wurde auf der Jahrestagung des internationalen Vereins natureplus mehrfach thematisiert. Unter anderem stellte das Deutsche Institut für Bautechnik DIBt diesbezügliche Pläne für die neue Musterbauordnung vor. Gleichwohl bedarf es verstärkter gemeinsamer Anstrengungen, um in Politik und Fachöffentlichkeit noch stärker für geprüfte Produkte aus nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen zu werben, so ein Fazit der Veranstaltung.

Integration in Bewertungssysteme

Der öffentlichen Hand kommt dabei ein Vorbildcharakter zu, dem der Bund mit seiner Selbstverpflichtung nach seinem Bewertungssystem für nachhaltiges Bauen BNB mehr und mehr nachkommt. Ausgewählte Kommunen aus Deutschland und Österreich informierten zudem über ihre Förderprogramme. Und sowohl der baupolitische Sprecher von Bündnis 90/ Die Grünen, Chris Kühn, als auch Dr. Peter Ahmels für die Deutsche Umwelthilfe (DUH) forderten ein Förderprogramm für den Einsatz nachhaltiger Baustoffe bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW.

Die Vergabebedingungen des natureplus-Qualitätszeichens werden mehr und mehr in Zertifizierungssysteme integriert. Das ist das Ergebnis der engeren Zusammenarbeit zum Beispiel mit der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, DGNB. natureplus bereitet zudem Hilfen für Kommunen und andere öffentlich ausschreibende Stellen vor, die die rechtssichere Ausschreibung von Baustoffen anhand von Nachhaltigkeitskriterien wie Ressourcenverbrauch, Emissionsverhalten oder Recyclingfähigkeit ermöglicht.

Konkreter Praxisbezug

Mehrere renommierte Architekturbüros stellten ihre aktuellen Projekte vor. Dabei wurde deutlich, dass nachhaltiges Bauen mit Baustoffen aus nachwachsenden oder mineralischen Rohstoffen nicht wesentlich teurer sein muss. Aus erster Hand informiert und anregt diskutiert wurde zudem über die Möglichkeiten und Grenzen von „Grünem Beton“, bei dem durch die Optimierung der Inhaltsstoffe der Energieaufwand und damit die CO2-Emissionen gesenkt werden können.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung organisiert und von der Deutschen Umwelthilfe unterstützt sowie von den Firmen best-wood Schneider (Hauptsponsor), Forbo Flooring, Lignotrend und ThermoNatur gesponsort, die auch an Infoständen im Foyer über ihre natureplus-geprüften Produkte informierten.

Die Folien der meisten Vorträge, Bilder und Statements von der Veranstaltung sind auf  www.natureplus.de verfügbar.