Dach- und Deckendämmung im Altbau

Ein warmes Dach und warme Decken müssen nicht teuer sein. Mit Naturbaustoffen lassen sich beachtliche und gleichzeitig sehr kostengünstige Ergebnisse erzielen. Hier stellen wir Ihnen bewährte Möglichkeiten zur nachträglichen Dämmung von Dach und Decke in Altbauten vor. Wissenswertes zur Dämmung von Wänden mit Naturbaustoffen finden Sie hier.


Dämmung auf dem Dach:

1. Dämmung des Hohlraumes mit Zelluloseflocken


Dachdämmung mit Dämmsacksystem

Viele ältere Gebäude haben ein ausgebautes Dachgeschoss, bei dem die Dachschräge gar nicht oder nur ungenügend gedämmt ist. Vom Spitzboden aus lassen sich die Dachpfannen sehen und man kann in die leeren Gefache zwischen die Dachsparren schauen.

Die Konstruktion lässt sich mit Hilfe eines Dämmsacks und Zellulosedämmung nachträglich dämmen.

Die Kosten liegen bei etwa 50 €/m² für Dämmung und Einbau des Dämmsacks und die Wirkung bei meist 14 – 16 cm entspricht ca. 80 – 90 % vom Neubaustandard. Dabei ist auf bauphysikalische Rahmenbedingungen in Bezug auf Konvektion und Feuchtebildung zu achten.

Dachdämmung bei vorhandenem Unterdach

Wenn ein funktionstüchtiges Unterdach vorhanden ist, kann Zellulose direkt in den Hohlraum eingeblasen werden. Dabei ist sicher zu stellen, dass die Innenbekleidung (z.B. verputztes Schilfrohr) weniger diffusionsoffen ist, als die äußere Schicht.

2. Dachdämmung von Innen

Die Dämmung von innen setzt voraus, dass der Bereich zugänglich ist. Das notwendige nachträgliche Unterdach kann durch Hart- oder Weichfaserplatten oder durch eine Unterspannbahn erfolgen.

Innen können die Sparren aufgedoppelt werden um die Dämmstärke zu erhöhen bevor Dampfbremse, Dämmung und Verkleidung angebracht werden.

3. Dachdämmung von außen

Die Dachdämmung von außen ist am teuersten, da das komplette Dach mit Ziegeln abgenommen und neu erstellt werden muss. Wenn die Ziegel erneuert werden müssen, bietet sich das Verfahren an. Technisch ist es nur dort problematisch, wo die Dampfbremse nicht innenseitig der Dachsparren angebracht werden kann. Feuchtevariable Dampfbremsen von Pro Clima sind für diese Anwendung zugelassen. Meist wird der Dachsparren aufgedoppelt um die vorgeschriebene Dämmstärke zu erreichen. Mit Ziegeln aus Ton und einer Zellulosedämmung lässt sich so ein gutes Ergebnis erzielen, ökologisch und energetisch.

Dachdämmung mit Zellulose
Dachdämmung mit Zellulose
Dachdämmung mit Zellulose


Dämmung an der Decke:

Bei der Dämmung der oberen Geschossdecke gibt es mehrere Möglichkeiten:

1. Dämmung einer Geschossdecke mit Hohlraum

Viele Häuser aus den 1930er bis 60er Jahren haben Hohlräume in der oberen Geschossdecke, die sich einfach und kostengünstig mit Zellulose dämmen lassen (10 – 15 €/m²). Dabei sind bauphysikalische Rahmenbedingungen zu beachten, um Feuchteschäden zu vermeiden.

2. Dämmung auf Betondecken oder Holzbalkendecken

Wenn die obere Geschossdecke aus Beton ist, kann mit einer einfachen Unterkonstruktion und Grobspanplatten oder Rauspund ein neuer Boden mit 20 – 30 cm Abstand hergestellt werden, dessen Hohlraum dann mit Zellulose gefüllt wird.

Da der Betonboden als Dampfsperre wirkt, gibt es keine Feuchteprobleme. Soll ein solcher Aufbau auf einer Holzbalkendecke stattfinden, so ist auf der Unterseite der Konstruktion eine passende Dampfbremse anzubringen. Die Kosten für eine solche Konstruktion liegen bei etwa 50 – 60 €/m².

3. Dämmung einer Decke von unten

Sollte es nicht möglich sein, die Decke von oben zu dämmen (z.B. Flachdach oder Balkon darüber), so kann auch von unten gedämmt werden. Dabei ist aber sehr genau auf die bauphysikalische Eignung der Konstruktion zu achten.

Entweder ist mit Kalkdämmputz zu arbeiten oder es muss eine geeignete Dampfbremse genutzt werden, die sehr gründlich verarbeitet wird, damit es nicht zu Feuchteschäden in der Dämmung kommt. Im Zweifelsfall ist die Zulässigkeit der Konstruktion z.B. mit der Software „WUFI®“ nachzuweisen.

Deckendämmung mit Zellulose
Deckendämmung mit Zellulose