Naturbaustoffe im Altbau

Es gibt für fast alle Bereiche der Altbausanierung gute, bewährte und kostengünstige Naturbaustoffe. In einigen Bereichen kommen Naturbaustoffe bevorzugt zum Einsatz, weil vergleichbare konventionelle Baustoffe nicht vorhanden oder teurer sind:

Innendämmung von Außenwänden

Kapillar wirksame Materialien wie Weichfaserplatten in Kombination mit Lehmputz eignen sich hierfür hervorragend, weil sie Feuchtigkeit an das Außenmauerwerk abgeben können.

Kerndämmung

Mineralischer Silikatleichtschaum (geblähtes Glas, WLG 035) ist dauerhaft, verottungsfest und auch für Mehrgeschossbau einsetzbar (Baustoffklasse A1).

Kellerwanddämmung

Kalkdämmputze sind eine der wenigen Möglichkeiten, Kellerwände von innen zu dämmen.

Dachdämmung

Durch das nachträgliche Einblasen von Zelluloseflocken können viele Dächer sehr kostengünstig nachträglich gedämmt werden.

Besserer sommerlicher Wärmeschutz

Insbesondere bei einer nachträglichen Dämmung der Dachschrägen lässt sich mit Zellulose ein guter sommerlicher Wärmeschutz erreichen.

Schimmelvermeidung

Mit dem Einsatz von alkalischen Produkten wie Kalkputzen, Kalkfarben oder Silikatfarben kann zur Schimmelvermeidung beitragen werden.

Schadstoffpuffernde und schadstoffabbauende Produkte

Kalkputze und Kalkfarben, Lehmputze, Wolle und andere Produkte können Schadstoffe binden und teilweise sogar abbauen.

Trittschalldämmung

Trittschalldämmende Bodenaufbauten auf Holzbalkendecken sind sehr gut und kostengünstig mit Naturbaustoffen möglich.

Bad in Massivholz und Lehmputz

Ökologische Bewertung

Bei schlecht gedämmten Altbauten gilt: je besser die Dämmung, desto besser die Ökobilanz. Grund dafür ist der hohe Energiebedarf und CO2 Produktion in der späteren Nutzungsphase. Teilweise kann sogar ein Abriss und Ersatz durch ein ökologisches Passivhaus besser sein als der Erhalt eines schlecht gedämmten und schlecht dämmbaren Gebäudes.

Deshalb sollte bei der Bestandssanierung eine möglichst gute Wärmedämmung vorgesehen werden. Da sich das häufig nur schwer finanzieren lässt, sollte so gut wie finanziell möglich gedämmt werden.

Auch kleine Maßnahmen sind besser als keine. Für die meisten Bereiche stehen dafür wohngesunde Naturbaustoffe zur Verfügung.


Bauphysikalische Probleme

Bei vielen alten Gebäuden bringt eine gute und umfassende Dämmung große bauphysikalische Probleme wie Wärmebrücken oder Konvektion und damit die Gefahr von Bauschäden durch Feuchte mit sich. Daher ist in jedem Fall eine fachkundige Beratung wichtig. Insbesondere bei erhaltenswerten Fassaden, die eine Dämmung von innen notwendig machen, kann es kompliziert werden. Auch aufsteigende Feuchtigkeit ist ein häufiges Problem. Viele dieser Probleme lassen sich mit Naturbaustoffen besser lösen, als mit konventionellen Baustoffen.


Schadstoffsanierung – Gifte im Altbau

Eine weitere Herausforderung sind viele Schadstoffe, die vor allem ab 1930 bis in die 80-er Jahre verbaut wurden wie bestimmte Parkett- und Bodenkleber, Holzschutzmittel, Asbest und andere Stoffe, die man nicht in der Raumluft haben möchte. Diese Gifte entfalten über Jahrzehnte ihre Wirkung. Daher empfiehlt sich vor jeder größeren Sanierung eine Analyse der möglichen Schadstoffbelastung.


Rentabilität energetischer Sanierung

Da eine umfassende energetische Sanierung auf Passivhausniveau meist nicht finanzierbar ist, kommen häufig kleinere Maßnahmen zum Einsatz, die aber den Energieverbrauch zum Teil erheblich senken können.


Sehr günstig: die Einblasdämmung

Insbesondere das Einblasverfahren kann mit wenig Aufwand und geringen Kosten eine deutliche Energieeinsparung herbeiführen. Eine Kerndämmung (6 cm) eines zweischaligen Mauerwerks (2 x 12 cm Mauerwerk) mit Silikatleichtschaum ist bei normaler Nutzung in etwa 5 Jahren allein durch die Heizkostenersparnis zu finanzieren. Für die Dachgeschossdämmung oder die nachträgliche Dachschrägendämmung mit Zellulose gibt es je nach Konstruktion ähnlich kurze Armortisationszeiten.